Zum Hauptinhalt

Forschungsprojekt

MieterstromPlus

Den Solarstrom zu den Mieter:innen bringen!

Photovoltaikanlage auf Mehrfamilienhaus

Bei MieterstromPlus handelt es sich um ein gemeinsames Forschungsprojekt der Ökonomin Prof. Dr. Andrea Rumler der HWR Berlin und des Energieexperten Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning der HTW Berlin. Ziel ist es, die Bedürfnisse der Mieter:innen bei der Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen rund um die solare Stromversorgung zu ermitteln. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden Angebote für die Immobilienwirtschaft erarbeitet, die das Zustandekommen von Mieterstromprojekten fördern.

Was steht dem Mieterstrom im Weg?

Sie wohnen in einem Mietshaus und fragen sich, wie Sie Solarstrom vom eigenen Dach nutzen können? Sie besitzen ein Mietshaus und möchten die Mieter:innen mit Solarstrom versorgen? Beide Positionen stehen in einer spannenden Wechselbeziehung zueinander. In der Mieter:innenstadt Berlin ist Solarstrom auf Mietshäusern ein wichtiger Baustein der Energiewende. Mieterstrom wird direkt im Gebäude verbraucht und entlastet Umwelt und Netze. Was jedoch auf und an den Gebäuden installiert wird, entscheiden zunächst diejenigen, die Immobilien besitzen und verwalten. Auf der anderen Seite müssen ausreichend viele Haushalte den Mieterstrom beziehen, um die PV-Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Die Beteiligungsquote unterscheidet sich jedoch bei bereits realisierten Projekten stark. Ein wirtschaftlicher Betrieb von Mieterstromprojekten hängt folglich von den Entscheidungen der einzelnen Mietparteien ab, welche nur schwer prognostizierbar sind. Das damit einhergehende Risiko hemmt die Umsetzung neuer Mieterstromprojekte.

Motivationen der Hausverwaltungen und Nutzer:innen erforschen

Das Projekt setzt an beiden Akteursgruppen an: Für Hausverwaltungen wird ermittelt, welche zusätzlichen Dienstleistungen von Anlagenplaner:innen angeboten werden können, um die Realisierungschance zu erhöhen. Bei den Mieter:innen stehen die Motive zur Nutzung von Solarstrom im Vordergrund. Die Gründe für die unterschiedliche Akzeptanz des Mieterstromangebots sind derzeit unklar. Sozialstruktur, Demographie und individuelle Faktoren sind hierbei naheliegend. Die Motivation der Menschen, deren mögliche Hinderungsgründe sowie deren Erwartungen werden ermittelt. Darüber hinaus wird erforscht, welche weiteren Dienstleistungen gewünscht sind.

Zielgruppenbefragung und Stakeholder-Dialog durchführen

Neben der Analyse bestehender Projekte wird eine Zielgruppenbefragung auf Seite der Mieter:innen und ein Stakeholder-Dialog auf Seite der Immobilienwirtschaft durchgeführt. Es werden Vorschläge zur Weiterentwicklung der Produktpalette und des Marketings entwickelt, Benchmarks im Rahmen eines „Whitepaper Energiedienstleistungen“ sowie neue Geschäftsmodelle in einem „Diskussionspapier MieterstromPlus“ veröffentlicht. Im Abschlussbericht wird auf die Verbesserung von politischen Rahmenbedingungen für Photovoltaik in Städten eingegangen.