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Webinar

Testergebnisse der Stromspeicher-Inspektion 2021

In diesem Online-Seminar stellte Dr.-Ing. Johannes Weniger die Testergebnisse der Stromspeicher-Inspektion 2021 vor.

Autor_in
Weniger, J.; Orth, N.
Medium
IKZB Online-Seminar, 01/2022

Speicherkapazitätsangaben von Batteriesystemen sind häufig nicht vergleichbar

Der Energieinhalt eines Batteriespeichers (Einheit Kilowattstunden) wird umgangssprachlich als Speicherkapazität bezeichnet. Auf Datenblättern ist häufig nur die nominale Speicherkapazität zu finden. Die nutzbare Speicherkapazität ist in der Regel kleiner als die nominale Speicherkapazität, da der Ladezustandsbereich zum Alterungs- und Tiefenentladeschutz eingeschränkt wird. Die Entladetiefe (engl. depth of discharge bzw. DOD) gibt das Verhältnis von nutzbarer Speicherkapazität zu nominaler Speicherkapazität an. Die Entladetiefe von Lithium-Ionen-Batterien liegt oft im Bereich zwischen 90 % und 98 %. Batteriespeicher sollten daher vorrangig anhand der nutzbaren Speicherkapazitäten verglichen werden.

Vergleich der Datenblattangaben und Labormesswerte

Für die Hälfte der in der Stromspeicher-Inspektion 2021 untersuchten Systeme wurden im Labortest im Vergleich zum Datenblatt niedrigere nutzbare Speicherkapazitäten ermittelt. Die vorgegebene Entladetiefe zum Schutz vor Tiefenentladung ist häufig der Grund dafür, weshalb die Messwerte niedriger als die Datenblattwerte sind. Im Vergleich zur Stromspeicher-Inspektion 2020 fallen die Unterschiede zwischen den Mess- und Datenblattwerten erfreulicherweise deutlich geringer aus.

Empfehlungen zur Speicherauslegung in Einfamilienhäusern

Zur Auslegung von Heimspeichersystemen in Verbindung mit PV-Anlagen kursieren zahlreiche wenig sinnvolle Empfehlungen, die häufig zu einer Überdimensionierung des Speichersystems führen. Um dies zu vermeiden, sollte ein Batteriespeicher …

  • nur installiert werden, wenn ausreichend Stromüberschüsse anfallen. Hierzu ist eine PV-Leistung von mind. 0,5 kWp je 1000 kWh/a Stromverbrauch erforderlich.
  • im Verhältnis zur PV-Anlage nicht zu groß sein. Die nutzbare Speicherkapazität sollte max. 1,5 kWh je 1 kWp PV-Leistung betragen.
  • bedarfsgerecht dimensioniert werden. Die nutzbare Speicherkapazität sollte max. 1,5 kWh je 1000 kWh/a Stromverbrauch betragen.

Folgende Auslegungsmatrix hilft Ihnen dabei, die oben aufgeführten Faustformeln einzuhalten und eine passende Batteriespeichergröße zu finden. Lesebeispiel: Ist eine 5-kW-PV-Anlage in einem Einfamilienhaus mit einem Stromverbrauch von 4000 kWh/a vorhanden, sollte die nutzbare Speicherkapazität des Batteriespeichers 6 kWh nicht überschreiten. Ist die PV-Anlage doppelt so groß, beträgt die maximal empfohlene Speicherkapazität ebenfalls 6 kWh.

Batteriespeicher mit nutzbaren Kapazitäten größer als 10 kWh sollten nur in Einfamilienhäusern installiert werden, wenn die PV-Anlage größer als 7 kW ist und der jährliche Stromverbrauch 7000 kWh/a übersteigt.

So groß sollte der Batteriespeicher in Einfamilienhäusern mit PV-Anlagen maximal sein.

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