Energiewende-Weiser
Erstellen Sie Ihr Szenario für die Energiewende und finden Sie heraus, welchen Einfluss die Schlüsseltechnologien haben.
FAQ
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Was verbirgt sich hinter den drei Abstufungen des Systemwandels?
Der Systemwandel beschreibt den Fortschritt auf dem Weg zu einem klimaneutralen Energiesystem im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategien Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Er umfasst sowohl den technologischen Austausch bestehender Anlagen als auch die Entwicklung gesellschaftlicher Verhaltensmuster, die den Energiebedarf langfristig zu senken. Dieser Wandel kann durch technische Innovation und angepasstes Konsumverhalten erreicht werden, aber benötigt zudem geeignete politische Rahmenbedingungen und Impulse.
Die Tabelle zeigt die im Modell angenommenen Rahmenbedingungen für das Jahr 2045 im Vergleich zu heute.
Tabelle 1: Rahmenbedingungen für Stufen des Systemwandels im Zieljahr 2045 Systemwandel Niedrig Mittel Hoch Sanierungsquote 1 %/a 1,5 %/a 2 %/a Flugverkehr ± 0 % ± 0 % − 25 % Güterverkehr ± 0 % − 30 % − 45 % Bahnverkehr − 3 % − 3 % + 21 % Busverkehr − 21 % − 44 % − 37 % Industrie − 14 % − 22 % − 30 % Im Verkehrssektor beispielsweise würden strombasierte Technologien im Jahr 2045 im mittleren Szenario 44 % des gesamten Energiebedarfs ausmachen. Je schneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ausgetauscht werden, desto höher ist der Anteil der Elektrofahrzeuge und der Anteil des Stroms am Energiebedarf. Bei einem hohen Grad des Systemwandels sind es 46 % und bei niedrigen Grad 33 %. Der Anteil des Energiebedarfs, der durch importierten Wasserstoff gedeckt wird, ist dabei eingeschlossen. Vergleichbare Effekte zeigen sich beim Ersatz fossiler Heizkessel durch Wärmepumpen.
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Wie setzt sich der Energiebedarf zusammen?
Der Gesamtenergiebedarf setzt sich aus dem Strombedarf, Wasserstoffbedarf und sonstigen Energieträgern zusammen.
Der Strombedarf umfasst den jährlichen Gesamtverbrauch aller elektrischen Verbraucher, wie Wärmepumpen, Elektroautos und Haushaltsgeräten. Dabei werden 20 % Speicher- und Leitungsverluste angenommen.
Der Wasserstoffbedarf schließt auch synthetische Energieträger wie E-Fuels ein, die auf Wasserstoff basieren. Sie dienen als klimaneutrale Übergangstechnologien oder werden als stoffliche Ausgangsstoffe für industrielle Prozesse eingesetzt. Zur Bestimmung der Ausbauziele wird ihr Energiegehalt in Wasserstoffäquivalente umgerechnet. Der für die Wasserstoffelektrolyse angesetzte Wirkungsgrad beträgt 65 %. Es wird angenommen, dass 60 % des benötigten Wasserstoffs importiert wird. Ein höherer Importanteil reduziert den inländischen Ausbau regenerative Energien und den Investitionsbedarf für die Energiewende, erhöht jedoch die energetische Abhängigkeit von anderen Staaten. Die Verluste aufgrund der Elektrolyse werden deshalb nur von dem im Inland produzierten Wasserstoff angerechnet
Zum sonstigen Energiebedarf zählen Energieträger, die weder elektrifiziert noch synthetisch hergestellt werden müssen, wie etwa Biomasse, die zum Heizen oder zur Herstellung von Bio-Diesel verwendet werden, und solarthermisch wie geothermisch gewonnene Wärme.
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Wie wird der nötige Ausbau der regenerativen Energien bestimmt?
Die Ausbauzahlen der erneuerbaren Energien ergeben sich aus dem berechneten Energiebedarf des jeweiligen Szenarios, dem angenommenen Wasserstoffimportanteil sowie den technischen Ausbaupotenzialen in Deutschland.
Der zu deckende Strombedarf setzt sich aus dem direkten Stromverbrauch und dem Strombedarf für die inländische Wasserstoffproduktion zusammen. 60 % des Wasserstoffbedarfs werden als Import angenommen.
Im Zieljahr wird der Energiebedarf bilanziell vollständig durch regenerative Energiequellen gedeckt. Windenergie und Photovoltaik stellen die größten Potenziale dar. Für die Windenergie werden Ausbaupotenziale von 200 GW onshore und 70 GW offshore angenommen. Für andere erneuerbare Technologien werden konstante Zubauraten angenommen.
Die verbleibende Bedarfslücke zwischen Strombedarf und bereitgestellter Strommenge wird durch Solarstrom gedeckt. Die dafür erforderliche installierte PV-Leistung im Zieljahr wird auf Basis angenommener jährlicher Volllaststunden (VLS) berechnet.
Zugebaute Leistung:
- Wasserkraft: 50 MW pro Jahr
- Biomasse: 440 MW pro Jahr
- Geothermie: 50 MW pro Jahr
Zugebaute Produktionskapazitäten:
- Tiefengeothermie: 0,1 MWh pro Jahr
- Solarthermie: 2 MWh pro Jahr
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Wo finde ich weitere Informationen zu den Berechnungsgrundlagen und Quellen?
Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Studie Solarstromausbau für den Klimaschutz auf dessen Berechnungsgrundlagen das Online-Tool aufbaut.
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Disclaimer
Der Energiewende-Weiser basiert auf Datensätzen und statistischen Erhebungen mit Stand 2024. Die verwendeten Verbrauchsdaten, Installationszahlen sowie die daraus abgeleiteten Ergebnisse können sich mit neuen politischen Rahmenbedingungen, technologischen Entwicklungen oder Markttrends verändern.
Das zugrunde liegende Modell sagt eine zu erwartende Entwicklung des Energiesystems auf Basis von realen Daten und wissenschaftlich fundierten Annahmen voraus. Zur Berechnung werden keine zeitliche Energieflüsse oder Speicherprozesse berücksichtigt, sondern Energiesummen verwendet. Die reale Entwicklung ist komplex und kann von den berechneten Werten abweichen.
Das Ziel ist das Herausstellen von relevanten Zusammenhängen während der Energiewende. Es handelt sich nicht um eine umfassende Simulation des Energiesystems.