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Studie

Stromspeicher-Inspektion 2020

In der dritten Stromspeicher-Inspektion wurden 21 Solarstromspeichersysteme von 14 Herstellern von der HTW untersucht.

Gleich mehrere Speichersysteme haben in verschiedenen Effizienzkategorien der Stromspeicher-Inspektion 2020 neue Bestwerte erzielt.

An der dritten Ausgabe der Stromspeicher-Inspektion haben sich 14 Unternehmen mit Labormessdaten von insgesamt 21 Speichersystemen beteiligt. Das System VARTA pulse 6 überzeugt mit einem hohen Batteriewirkungsgrad von 98 % und mit einem Stand-by-Verbrauch von gerade einmal 2 W. Die höchsten Umwandlungswirkungsgrade erreicht der Wechselrichter Fronius Symo GEN24 10.0 Plus. Die Systeme von RCT Power punkten nicht nur mit sehr geringen Einschwingzeiten der Systemregelung, sondern auch mit dem höchsten auf Basis des sogenannten 1. Referenzfalls ermittelten System Performance Index SPI (5 kW).

Einführung des System Performance Index SPI (10 kW)

Um der zunehmenden Bedeutung der Kombination von PV-Speichersystemen mit Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen gerecht zu werden, führten die Forscher:innen mit der Stromspeicher-Inspektion 2020 einen weiteren Referenzfall zur Bewertung von Solarbatteriesystemen ein. Dieser ist für größer dimensionierte PV-Speichersysteme mit einer Leistung von 10 kW gedacht. Somit geht aus dem zweiten Referenzfall der System Performance Index SPI (10 kW) hervor.

Energieeffizienzklassen als Neuerung

Die Wissenschaftler:innen definieren erstmals Energieeffizienzklassen für PV-Speichersysteme, die den Vergleich der unterschiedlichen Systeme erleichtern. Die Systeme werden somit in die Effizienzklassen A bis G kategorisiert.

Die neu vorgestellte Effizienzklassifizierung für PV-Speichersysteme basiert auf der Systembewertung mit dem System Performance Index (SPI).

Der Fronius-Wechselrichter kann zusammen mit dem Batteriespeicher BYD Battery-Box H11.5 einen SPI (10 kW) von 94 % und damit die höchste Systemeffizienz vorweisen. Da SPI (5 kW) und SPI (10 kW) aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen der beiden Referenzfälle nicht vergleichbar sind, haben die Forscher:innen eine Energieeffizienzklassifizierung für PV-Speichersysteme erarbeitet. Die beiden Systeme, die mit einem herausragendem SPI (5 kW) bzw. SPI (10 kW) abschneiden, erreichen die beste Effizienzklasse A. 15 weitere Systeme schneiden ebenfalls sehr gut ab und können den Effizienzklassen B und C zugeordnet werden. In Effizienzklasse G fällt lediglich ein System, das vor allem aufgrund seiner hohen Umwandlungsverluste mit hohen Effizienzeinbußen verbunden ist.

Im Vergleich zu den bisherigen Ergebnissen des Speichervergleichs zeigt die Stromspeicher-Inspektion 2020 deutlich, dass viele Hersteller die Effizienz ihrer Produkte verbessern konnten. Demnach sind immer mehr Speichersysteme erhältlich, die mit hohen Umwandlungswirkungsgraden und geringen Stand-by-Verbräuchen überzeugen.

Analyse des deutschen Speichermarkts

Über die Bewertung der Speichersysteme hinaus gibt die Stromspeicher-Inspektion 2020 Einblicke in den Markt für PV-Speichersysteme in Deutschland. PV-Anlagen und Speichersysteme, die im Jahr 2019 in Betrieb genommen und im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur bis zum 31.01.2020 registriert wurden, dienten als Datenbasis für die Analyse. Insgesamt sind 87 958 PV-Anlagen mit einer Nennleistung (Bruttoleistung gemäß MaStR) kleiner 20 kW im Register aufgeführt. Die Gesamtleistung aller analysierten PV-Systeme beträgt 691 MW.

Antworten auf Fragen zur Speichereffizienz

Das abschließende Kapitel der Stromspeicher-Inspektion 2020 widmen die Forscher:innen weitverbreiteten Fragen zum Thema Speichereffizienz. Sie beleuchten wichtige Einflussfaktoren auf die Systemeffizienz, Einschränkungen des Systemvergleichs sowie angrenzende Themengebiete.

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